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Fernand Bonneure

Fernand Bonneur (Brügge, 18. Mai192326. September2017[1]) war ein BrüggeProsaist, Dichter und Herausgeber.

Lebenszyklus

Bonneure absolvierte seine Grund- und Sekundarschulbildung (lateinisch-griechische Geisteswissenschaften) an der Saint Louis College (Brügge) in Brügge (Rhetorik 1942). Als Lehrer hatte er unter anderem: Robrecht Stock, Joseph De Wolf und Joseph Dochy. Er war einer der aktiven Studentenführer, sowohl in der KSA wie in der Jugendfront. Im Sint-Lodewijkscollege wurde er Leiter des Geheimbundes Gilde Notfall Vier.

Er erhielt eine höhere Ausbildung an der Sozialschule in Roeselare (1942-44). Von 1944 bis 1948 war er KSAGouverneur von Westflandern.

Er heiratete 1950 Georgina Lanckriet und sie hatten vier Kinder, darunter die VRT-Journalistin Kristien Bonneur, der Vorsitzende des Kulturrates Brügge Jan Bonneure und die Germanistin Annemie Bonneure.

Herausgeber

Bonneure war von 1954 bis 1983 Verlegerin, zunächst bei Desclee de Brouwer, genauer gesagt in der niederländischsprachigen Abteilung dieses großen Druckverlages, dann bei Orion in Brügge und Orbis/Orion in Antwerpen.

Am 12. März 2009 wurde die AMVC - Letterenhuis in Antwerpen präsentiert das Inventar des Archivs Desclée de Brouwer und der dort aufbewahrten Rechtsnachfolger. Fernand Bonneure sprach bei dieser Gelegenheit einen 'Review', der unter dem Titel Desclee de Brewer. Rückblick auf eine Bestandsaufnahme, wurde veröffentlicht in Bienenstock, 2009, S. 154–159.

Wochenenden am Dreikönigstag

Für die Künstlerwochenenden der Gräfin d'Hespel auf ihrem Schloss Driekoningen in Beernem (der erste fand am 8.-9. Juli 1951 und der letzte am 15. Mai 1982 statt), ab dem fünfzehnten Wochenende am 19. März 1955 war er einer der Organisatoren, zusammen mit Jan Vercammen, Rik Slabbinck und Albert Vermeire.

Funktionen

Bonneur war:

  • Mitbegründer der Christlich-Flämischen Künstlervereinigung (1951)
  • Mitbegründer und Redaktionssekretär (1952-1961) der Zeitschrift (West) Flandern
  • Mitbegründer (1961), Vorstandsmitglied und Vorsitzender (1984-2008) der Vereinigung westflämischer Schriftsteller (VWS)
  • Vorsitzender des Provinzkomitees für Kunst und Handwerk in Westflandern (1980-1986)
  • Präsident des Kulturrates der Stadt Brügge (1995-2003)
  • Mitglied des Männerchores der Rhetorikkammer Sint-Michiels bei Brügge
  • Präsident der Vereinigung flämischer Literaturwissenschaftler (1994-1999).

Ausstellungen

Bonneure war ein unermüdlicher Organisator von Kunstausstellungen. Er schrieb dafür Kataloge oder Katalogeinführungen. Dies gilt insbesondere für folgende Ausstellungen:

  • Ars sacra, Löwen, 1958
  • Zeitgenössische flämische Malerei, Brügge-Ypern-Tournai, 1958
  • Retrospektive Rik Slabbinck, Brügge, 1964
  • Retrospektive Luc Peire, Brügge, 1966
  • Retrospektive Roberte De Vooght, Brügge, 1972
  • Retrospektive Jose Geschichte, Brügge, 1973
  • Textile Strukturen, Vichte, 1982
  • Glockenturm und Glockenspiel, Brügge, 1984

Zwischen 1970 und 1985 war er auch an rund hundert Kunstausstellungen in der Kunstgalerie des Boudewijn-Parks beteiligt.

Veröffentlichungen

Poesie

  • Vierzehn Gedichte beim Kreuzweg von Marcel Notebaert, 1960
  • Mein Haus. Ikonostase, Leier, 1961
  • Mit einem weichen Bleistift, Herk-de-Stad, 1966
  • zu guten Konditionen, Deurle, 1976
  • Brügge, Brügge, 1981
  • Wie Angeln im Licht, 1999

Romane und Geschichten

  • Olahalla, das indische Mädchen, Kindheitsgeschichte, Melle, 1962
  • Ein Paradies hinter jeder Kurve, Kindheitsgeschichte, Melle, 1963
  • Beispielsweise, Roman, Brügge, Desclée de Brouwer, 1965
  • Der Kardinal kommt nicht, Geschichten, Löwen, 1968

Aufsätze

  • Zuschauer auf Schlagzeilen, Brügge, (1964)
  • Brügge in der Literatur (1974)
  • Brügge (1975)
  • Auf der Suche nach Brügges Seele (1979)
  • Georges Rodenbach und seine Bücher über Brügge (1980)
  • Brügge beschrieben. Wie eine Stadt in Texten erscheint, Anthologie mit Einführungen und Anmerkungen, Brüssel, Elsevier, 1984.
  • Literarischer Reiseführer für Westflandern (1985)
  • Kunstführer für Brügge (1989)
  • Brügge im wahrsten Sinne des Wortes. Ein literarischer Stadtspaziergang (2000), mit Jo Berten
  • Die Kapuziner 400 Jahre in Brügge (1992)
  • Das ruhige Brügge. 100 Jahre Brügge-la-Morte (1992), mit Marcel Vanhoutryve
  • Drei Brügge-Rhetoren (1995)
  • Brügge ist bereit für Europa, Begleittext zum Jahreskalender der Buchhandlung De Reyghere (2003)
  • Panorama der westflämischen Literatur (2009)

Monographien

  • Marcel Matthijs, VWS-Kahier Nr. 1, Koekelare, 1966
  • Mitarbeiter Weyts, VWS-Cahiers, Koekelare, 1969
  • Etienne Le Compte, Antwerpen, 1969
  • Marcel De Backer, Blankenberge, 1969
  • Jeanine Behaeghel, Brügge, 1971
  • Jean-Jacques de Grave, Brügge, 1971
  • Die strukturierte Symbolik von Michèle Broeders, Blankenberge, 1971
  • Roger Fieuw, VWS-Cahiers, Koekelare, 1973
  • Norbert Edgard Fonteyne, VWS cahiers, Koekelare, 1974
  • Marcel De Backer, Gemälde um nachdenklich herumzulaufen, Gent, 1977
  • Louis Sourie, VWS-Cahiers, Koekelare, 1978
  • Henri Lannoye. Ballade vom linken FußBornem, 1978
  • Paul Permeke, der ganze Mensch, Ostburg, 1979
  • Jef Claerhout, Brügge, 1979
  • August Vanhoutte, VWS-Kahiers, Koekelare, 1982
  • Raf Seys, VWS-Kahiers, Koekelare, 1982

Bonneure schrieb auch Hunderte von Artikeln in Zeitschriften und Zeitschriften, darunter:

  • Excelsior, Brügge-Studentenclub aus dem 19. Jahrhundert, in: Brugge die Scone, September 2015.

Auszeichnungen

  • Provinzwettbewerb für Novelle und Kurzgeschichte, erster Preis für die Novelle 'Cynea Capillata', 1961
  • Landeswettbewerb für Novelle und Kurzgeschichte, Vierter Preis für die Novelle „Running a small revolution“, 1961
  • Provinzwettbewerb für Novelle und Kurzgeschichte, für die Novelle 'Der Kardinal kommt nicht', 1965
  • Poesiewettbewerb 'New Voices', Preis, 1969
  • Fünfjähriger Literaturpreis der Stadt Brügge, für den Gedichtband 'Brugegooi', 1980

Literatur

  • Ria SCARPHOUT, Fernand Bonneur, VWS-Kahier Nr. 4, 1966.
  • Luc DEKORTE, Fernand Bonneure 24 Stunden, in: Brugsch Handelsbla&d, 15. und 22. Oktober 1976.
  • Renaat RAMON, Fernand Bonneur, VWS-Kahier Nr. 101, 1983.
  • Raf SEYS, Fernand Bonneur, in: Lexikon der westflämischen Schriftsteller, Teil I, Torhout, 1984.
  • Andries VAN DEN ABEELE, Gilde Noodvier. Die Kriegsjahre 1940-1944, in: Haec Olim, Brügge, 1999, S. 73-142.
  • Reginald BRAET, Schriften der Epiphanie. Eine Geschichte von Beernem, seinen Schlössern und den Kunstwochenenden, 2005.
  • Luc DEKORTE, 'Die Zeit vergeht und auch sie gehen und alles geht'. In Gedenken an Fernand Bonneure, in: Brugge die Scone, Dezember 2017.