WikiDer > Gabriele Tergit

Gabriele Tergit
Gabriele Tergit
Poste hier dein selbstgemachtes Foto
Allgemeine Information
Geboren4. März 1894
Verstorben25. Juli 1982
LandDeutschland, Großbritannien
Arbeit
StromRomane, Memoiren
Berühmte WerkeKäsebier Erobert den Kurfürstendamm, Effingers
Portal  Portalsymbol  Literatur

Gabriele Tergit, Pseudonym von Elise Hirschmann (Berlin, 4. März1894 - London, 25. Juli1982), war ein in Deutschland geboren britisch Schriftsteller und Journalist jüdischer Herkunft.

Leben

Tergit wurde in eine wohlhabende jüdische Fabrikantenfamilie hineingeboren. Sie studierte Geschichte und Philosophie an den Universitäten Berlin, München, Heidelberg und Frankfurt am Main und promovierte 1923 mit einer Arbeit über den Naturwissenschaftler und demokratischen Politiker Carl Vogt. Nach ihrem Studium wandte sie sich schließlich wieder dem Journalismus zu. Von 1924 bis 1933 arbeitete sie als Gerichtsreporterin für mehrere Berliner Zeitungen und nahm eine gesellschaftskritische Haltung gegenüber der Justiz ein. Sie hat auch regelmäßig für die antifaschistische Wochenzeitung beigetragen Die Weltbühne.

Nach der Übernahme durch die Nazi-ist 1933 Tergit via 1933 Tschechoslowakei auf nach Palästina, über das sie ein nie erschienenes negativ-kritisches Buch schrieb ("Ich habe ein journalistisches Buch über Palästina geschrieben, mehr contra als pro", schrieb sie später an ihren Verleger: "Ich kann keine Form von Nationalismus ertragen"). Ab 1938 ließ sie sich mit ihrem Mann und ihrem Sohn dauerhaft in London nieder. Von 1957 bis 1981 war sie Sekretärin der deutschsprachigen Sektion der PEN International.

Tergit starb 1982 im Alter von 88 Jahren. In Berlin, in der Nähe des Potsdamer Platz, wurde 1998 eine Promenade nach ihr benannt.

Arbeit

Ihren ersten journalistischen Artikel veröffentlichte Tergit 1915 in einer Sonderausgabe der Berliner Tageblatt zum Thema "Frauendienstjahr und Berufsbildung". Während ihrer Studienzeit, Anfang der 1920er Jahre, schrieb sie auch mehrere unveröffentlichte Serien für Berliner Tageszeitungen. Ihr erster Roman wurde 1932 veröffentlicht Käsebier Erobert den Kurfürstendamm, eine Satire über einen unbekannten Volkssänger, der durch die Medien berühmt wird und in einer Wirtschaftskrise tragisch endet.

Tergits zweiter Roman, Effinger, an dem sie ab 1931 mitgearbeitet hatte, erschien 1951 in Deutschland. In dieser Arbeit schildert sie das Schicksal von drei sozial verflochtenen jüdischen Familien aus Berlin über vier Generationen im Zeitraum 1878-1948. Auffallend ist, dass das Wort „jüdisch“ in der ersten Hälfte des Romans kaum erwähnt wird, sondern erst mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus eine deutliche Betonung erhält. Das Buch wurde damals in Deutschland nicht gut aufgenommen und wenig beachtet. Nachdem sie während der Berliner Festspiele 1977 zur Wiederentdeckung des Jahres erklärt, rückte sie als Schriftstellerin wieder ins Rampenlicht.

Kurz nach Tergits Tod erschienen ihre Memoiren und später einige kürzere Werke und Sammlungen von journalistischen Artikeln. Im Deutschen Literaturarchiv gibt es einen weiteren unveröffentlichten Roman von ihr mit dem Titel Also Krieg ist eben.

Beide Romane von Tergit wurden auch ins Niederländische übersetzt.

Bibliographie (Hauptwerke)

  • Käsebier Erobert den Kurfürstendamm. Rowohlt 1932 (niederländische Übersetzung: Käsebier erobert den Kurfürstendamm, 2019, Übersetzung Kees van Hage).
  • Effinger. Hammerich & Lesser, Hamburg 1951 (Niederländische Übersetzung: Die Effinger, 2020, Übersetzung Meta Gemert).
  • Etwas Seltenes überhaupt: Erinnerungen. Berlin: 1983.

Externe Links und Ressourcen