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Jan Reinder (Jan) Kuperus (Leeuwarden, 30. Januar1929 - 17. März2011[1][2][3][4][5]) war ein niederländischer Ökonom, ehemaliger Bankdirektor, ehemaliger Aufsichtsratsdirektor und Direktor zahlreicher Organisationen, darunter Vorsitzender des Königlicher Verein Die friesischen elf Städte.
Lebenszyklus
Jan Kuperus wurde in eine Bankiersfamilie hineingeboren. Sein Vater Reinder Kuperus leitete die Genossenschaftsmilchbank, die 1913 von Tjisse Kuperus, Reinders Onkel, gegründet wurde.
Von 1941 bis 1948 besuchte er das Gymnasium (HBS A) in Leeuwarden und studierte von 1948 bis 1955 Wirtschaftswissenschaften an der Universität Groningen. 1952 war er Vorsitzender der NBBS (Studentenreiseorganisation). Von 1955 bis 1957 leistete Jan Kuperus seinen Militärdienst (Artillerieoffizier). Ab 1958 arbeitete er bei der Coöperatieve Zuivelbank, dem Rechtsvorgänger der heutigen Friesland Bank.
Er heiratete 1964 Ada Bijlsma, sie hatten zwei Kinder, Reinder Kuperus (1967) und Friso Kuperus (1971).
Während seiner Karriere war Jan Kuperus in zahlreichen Organisationen als Aufsichtsrats- oder Vorstandsmitglied tätig. Diese Positionen hatten oft einen direkten Bezug zu seiner Tätigkeit als Direktor des Friesland Bank, oder mit seiner Expertise als Ökonom Wichtige Ereignisse in der Karriere von Jan Kuperus waren die Beendigung der Mitgliedschaft bei der Raiffeisen-Zentralbank (1962), die Umfirmierung der Coöperatieve Zuivelbank in Friesland Bank (1970) und Zusammenlegung des Herausgebers der Leeuwarder Courant mit dem Herausgeber der Zeitung des Nordens im Jahr 1990 zum Noordelijke Dagblad-Kombination (NDC).
Karriere bei Friesland Bank
1958 begann Jan Kuperus als Angestellter bei der Coöperatieve Zuivelbank. Zuvor hatte er bereits mehrere Praktika bei in- und ausländischen Banken absolviert. Am 1. Juli 1958 wurde er zum stellvertretenden Direktor ernannt.
In den Nachkriegsjahrzehnten fungierte die Bank vor allem als Anstalt zu Gunsten der angeschlossenen (landwirtschaftlichen) Mitglieder und als Sparinstitut für Privatkunden. Die Bank war Mitglied der Centrale Raiffeisen-Bank (nach ihrer Fusion mit der Coöperatieve Centrale Boerenleenbank 1971 Rabobank). Die Mitgliedschaft begrenzte das Wachstum der Bank. Während die Bank aufgrund der starken Konzentrationen im Genossenschaftssektor mit einer stark gestiegenen Kreditnachfrage konfrontiert war und nach einer breiteren Finanzierung für diesen Kreditbedarf suchte, schränkte ihre Mitgliedschaft diese Ambitionen ein. So durften beispielsweise keine Zweigniederlassungen außerhalb von Leeuwarden errichtet werden und es gab Beschränkungen bei der Kreditvergabe durch die Raiffeisen-Zentralbank.
Als Jan Kuperus am 1. Juli 1961 Direktor der Bank wurde, hatte sich die Beziehung zur Raiffeisen-Zentralbank weiter verschlechtert. Das Thema hat in Friesland für große Aufregung gesorgt. Die anderen Mitglieder der Raiffeisenzentralbank in Friesland fürchteten Konkurrenz und Streit unter den Mitgliedern, die der Genossenschaft Zuivelbank angeschlossenen Landwirtschaftsorganisationen hingegen wollten eine starke, unabhängige Bank. Die friesische Presse sprach von einem „Volkskampf“. Am 31. Dezember 1962 endete schließlich die Mitgliedschaft in der Genossenschaftsmilchbank, und mit der erlangten Eigenständigkeit legte die Bank den Grundstein für ein schnelles Wachstum.
In den ersten 8 Jahren nach der Privatisierung sorgte die Geschäftsführung der Bank unter der Leitung von Jan Kuperus dafür, dass die Sparbasis als Grundlage für den starken Kreditbedarf geschaffen wurde. Zu diesem Zweck wurden die ersten Niederlassungen außerhalb von Leeuwarden gegründet. Während der Amtszeit von Jan Kuperus wurden insgesamt 52 Filialen der Bank gegründet.
Ende der 1960er Jahre lag der Schwerpunkt der Kreditvergabe noch auf der ursprünglichen Hauptaufgabe der Bank, der Finanzierung genossenschaftlicher (landwirtschaftlicher) Unternehmen in Friesland. Später wurden unter der Leitung von Jan Kuperus die privaten Dienstleistungen auf allgemeine Bankdienstleistungen ausgeweitet, einschließlich Hypothekendarlehen und Girokonten.
1970 beschloss die Geschäftsleitung, dass sich die veränderten Dienstleistungen der Bank auch im Namen widerspiegeln sollten, und die Coöperatieve Zuivelbank wurde in Friesland Bank.
Neben Bankdienstleistungen bietet die Friesland Bank unter der Leitung von Jan Kuperus (ab 1969) auch in der Versicherungsvermittlung tätig zu werden. Die Friesland Bank Assurantiën wuchs Mitte der 1980er Jahre zum größten Versicherungsbüro in den nördlichen Niederlanden. zusätzlich Friesland Bank über die Frisian Participatie Maatschappij (1978) auch im Bereich der Kapitalbereitstellung für die friesische Geschäftswelt tätig.
Während der Amtszeit von Jan Kuperus war die Friesland Bank von 35 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von 25 Millionen Euro im Jahr 1961 auf 560 Mitarbeiter und einer Bilanzsumme von 1,3 Milliarden Euro im Jahr 1991. Damit ist die Friesland Bank mit rund 100.000 Firmen- und Privatkunden die größte unabhängige Provinzbank der Niederlande. Am 1. Juli 1991 trat Jan Kuperus wegen Erreichens des Rentenalters in den Ruhestand.
Zusatzfunktionen
Die Ansicht von Jan Kuperus war, dass die Friesland Bank in Friesland sowohl sozial als auch wirtschaftlich ein starkes Fundament haben sollte. Sein Vater Reinder betonte in seinen anderen Positionen die Stärkung der Beziehungen zu anderen genossenschaftlichen Institutionen und strebte eine Konzentration in der friesischen Genossenschaftswirtschaft an. Jan Kuperus hatte, dem Zeitgeist und der Entwicklung der Bank entsprechend, allgemeinere soziale Zusatzfunktionen, insgesamt 20.
Vorsitzende Königlicher Verein Die friesischen elf Städte
Jan Kuperus war von 1969 bis 1985 Vorsitzender der Königlicher Verein Die friesischen elf Städte. Aufgrund des fehlenden Winterwetters wurde während des Vorsitzes von Jan Kuperus, nein Elf-Städte-Tour geritten. Die Vorstandszeit wurde genutzt, um die Organisation zu professionalisieren.
Präsident Kommissar Frisian Press / Noordelijke Dagblad Combinatie
Jan Kuperus war von 1975 bis 1990 Aufsichtsratsvorsitzender der Friese Pers B.V.. (ab 1986 Friese Pers Courantgroep), Herausgeber u.a. de Leeuwarder Courant. Teilweise unter seiner Leitung wurde die Zusammenarbeit zwischen dem Herausgeber des Leeuwarder Courant und dem Herausgeber der Zeitung des Nordens (der letzte seit 2002 hieß Zeitung des Nordnord). Die Zusammenarbeit zwischen den Friesen und den Groningern kam nicht einfach zustande. Jan Kuperus hat es geschafft, die unterschiedlichen Interessen zusammenzubringen und so entstand die Fries Gronings Drentse Pers B.V.. (1990). Jan Kuperus war ab 1990 Aufsichtsratsvorsitzender und von 1994 bis 2001 Aufsichtsratsvorsitzender. Das Fries Gronings Drentse Pers wurde zum Noordelijke Dagblad-Kombination unter der Führung von Jan Kuperus de Friese Pers wurde der Mehrheitsaktionär des Zusammenschlusses.
Sonstige Nebenstellen
- Vorstandsvorsitzender des Theatervereins De Harmonie Leeuwarden (*)
- Vizepräsident Institut für landwirtschaftliche Genossenschaft (*)
- Vorsitzender des Aufsichtsausschusses der Central Agricultural Accounting Cooperative (CCLB) (*)
- Schatzmeister Gesellschaft für Industrie und Handel (Abteilung Leeuwarden) (*)
- Schatzmeister Vorstand Leeuwarder Schulverein
- Schatzmeister der Volkshogeschool Bakkeveen
- Vorstandsmitglied des landwirtschaftlichen Genossenschaftszentrums Oranjewoud
- Vorstandsmitglied der Groningen Pediatric Oncology Foundation
- Mitglied des Exekutivrats ETIF Leeuwaren (*)
- Vorsitzender des Aufsichtsrats der Handelsdrukkerij B.V. Leeuwarden (*)
- Vorsitzender des Aufsichtsrats der Friesland Bank Assurantiën B.V. (*)
- Vorstandsmitglied Niederländische Kräutergenossenschaft
- Schatzmeisterin Beatrix Poliofonds Abteilung Friesland (*)
- Sekretär-Schatzmeister Rengersfonds (*)
- Vorsitzender Roundtable Club Leeuwarden
- Präsident des Tennisclubs Deuce Leeuwarden
- Schatzmeister Hockey Club Leeuwarden (LHC)
- Initiator Friesischer Hochschulfonds
(*) länger als 15 Jahre.
Auszeichnungen
- Offizier im Orden von Oranien Nassau (1979)
- Ehrenmedaille der Gemeinde Leeuwarden (1991)
Veröffentlichungen
- Von 1963 bis 1991 schrieb Jan Kuperus eine monatliche Botschaft an die Beziehungen der Bank. Mit diesem monatlichen Bericht wurden finanzökonomische Themen einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Die Monatsberichte wurden in Buchform gebündelt:
- 1978 der erste Teil „Hundert gebündelte Aufsätze“
- 1987 zweiter Teil „Hundert gebündelte Aufsätze“ (ISBN 90-9001997-9)
Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise
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