WikiDer > Kadaversynode
Das Kadaversynode ist einer im Januar 897 im Rom einen kirchlichen Scheinprozess abgehalten, für den Papst Stephan VI. (VII) die Leiche seines Vorgängers, der ein Jahr zuvor gestorben ist formosus habe es ausgraben lassen.[1]
Er ließ den Körper, bekleidet mit päpstlichen Gewändern, auf einen Thron setzen, um dafür verurteilt zu werden Meineidbewusst das Papsttum aufsuchen und seine Diözese zugunsten einer anderen Diözese aufgeben.[2] Formosus war in der Tat Bischof der Italiener Hafen bevor er Papst und wurde so Bischof von Rom. Dies widersprach den kirchlichen Lehren. Ein besonderes Detail ist, dass Stephan VI. (VII.) zu Beginn des Prozesses selbst verletzt wurde, da er von Formosus zum Bischof von Anagni ernannt worden war. Die Aufhebung der Taten seines Vorgängers löste dieses Problem für Stephen.
Formosus Amtshandlungen als Papst wurden auf der Kadaversynode für ungültig erklärt.[3] Die drei Finger seiner rechten Hand, mit denen er Ordinationen vollzogen hatte, wurden abgeschnitten.[3] Sein Leichnam wurde umgebettet, dann wieder exhumiert und in den Fluss gelegt Tiber geworfen.[3] Ein Einsiedler nahm es heraus und vergrub es wieder. Stephens Nachfolger Papst Theodor II später die Leiche wieder ausgegraben und im it Peterskirche hinzufügen.
Der Anlass der Kadaversynode wird oft als politisches Thema angeführt: Formosus hatte sich während seiner Papstzeit widersetzt Guido von Spoleto, durch Arnulf von Kärnten Italien zur Invasion einzuladen (was jedoch scheitern würde).[4] Die Kadaversynode hätte als Zeichen von Stephens Loyalität zu Spoleto gedient.
Sechs Monate nach der Kadaversynode wurde Papst Stephen während eines Volksaufstands abgesetzt, in einem Kerker eingesperrt und schließlich erdrosselt.[5]
Nüsse
- ↑Zur Datierung siehe: J. Duhr, Le Concile de Ravenne und 898. La Rehabilitation du pape Formose, in Untersuchungen der Religionswissenschaft 22 (1932), p. 541 (Anmerkung 1) (kein Video).
- ↑Papst Johannes VIII, Johannis VIII. papae epistolae passim collectae 9 (= E.L.E. Caspar (Hrsg.), Monumenta Germaniae Historica Epistolae Karolini Aevic, V., Berlin, 1928, p. 327). vgl. Liutprand von Cremona, Antapodose ich 30 (= Fortsetzung des Mittelalters 156, s. 23, Bl. 639-43). Die Verteidigung von Formosus wird von einem gewissen übernommen Auxilius von Neapel (vermutlich a Pseudonym) im Dienst In defensionem sacrae ordinationis papae Formosi.
- ↑ einbcLiutprand von Cremona, Antapodose ich 30 (Seine Expletis, sacratis mox exutum vestimentis digitisque tribus abscisis, in Tiberim iactare praecepit, cunctosque quos ipse rdinaverat, gradu proprio Einlagen, iterum ordinavit.). vgl. Liber pontificalis II 115 (S. 229) (Stephanus sextus, natione Romanus, sedit annum I menses III; et cessavit episcopatus diebus tribus. Hic a Formoso papa episcopus Avergnie ordinatus ipsum persequitur; qui omnes ordinationes ipsius irritas decrevit esse. Legitur etiam quod corpus formosi in concilio positum und veste papali exutum laycali induitur, und duobus digitis dextre manus eius abscisis in Tyberim iactari precepit.).
- ↑Liutprand von Cremona, Antapodose ich 28 (Hoc in tempore Formosus papa religiosissimus a Romanis uehementer aflictabatur, cuius et hortatu Romam rex Arnulfus aduenerat.).
- ↑GB de Rossic (Hrsg.), Inscriptiones Christianae urbis Romae septimo saeculo antiquiores, II, Rom, 1888, Nr. 81, p. 215 (V. 9-10: "Carceris interea vinclis constrictus bei imo/strangulatus ubi exuerat hominem").
Quellenveröffentlichungen und Referenzen
- GB de Rossic (Hrsg.), Inscriptiones Christianae urbis Romae septimo saeculo antiquiores, II, Rom, 1888.
- J. Duhr, Le Concile de Ravenne und 898. La Rehabilitation du pape Formose, in Untersuchungen der Religionswissenschaft 22 (1932), p. 541–579. (kein Video)
- E. Dümmler (Hrsg.), Auxilius und Vulgarius: Quellen und Forschungen zur Geschichte des Papsttums im Anfange des zehnten Jahrhunderts, Leipzig, 1866.
- DAS. Wilkes jr., The Cadaver Synode: Seltsamster Prozess der Geschichte, in Fahnenmast-Magazin (31.10.2001), pp. 8-9.