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Marnixraam
Marnixraam
Marnixraam
KünstlerGeorg Rüter (Design), Studio Bogtman (Performance)
Jahr1938-1939
MaterialBuntglas
OrtPeterskirche, Führen
Höhe800 cm²
Breite265 cm
Portal  Portalsymbol  Kunstkultur

Es Marnixraam (1940) ist ein Gedenkfenster in dem Peterskirche in der niederländischen Stadt Führen.[1]

Hintergrund

In der zweiten Hälfte der 1930er Jahre wurden in den Niederlanden und in Belgien verschiedene Aktivitäten organisiert, um den 400 Philipp von Marnix von Sint-Aldegonde (1540-1598), Berater von Wilhelm von Oranien und möglicherweise Autor der Wilhelmus. Ungewissheit herrschte über das Geburtsjahr von Marnix, weshalb ab 1937 die verschiedenen Feierlichkeiten stattfanden. In den Niederlanden wurde im Februar 1939 ein Nationalkomitee zum Gedenken gegründet. Vorsitzender des Ausschusses war Prof. Dr. A.A. van Schelven, Pfarrer und Professor an der Freien Universität. Dem Ehrenkomitee gehörten Persönlichkeiten an wie Hendrikus Colijn, Frans Beelaerts van Blokland, Jan Rudolph Slotemaker de Bruine und Herman van Karnebeek, Königin Wilhelmina war eine Patronin. Im Sommer 1940 wollte das Komitee in Leiden, wo Marnix lebte und starb, ein Denkmal errichten lassen und lokale Gedenkaktivitäten unterstützen.[2] Es wurde bald beschlossen, dass das Denkmal aus einem Buntglasfenster in der Pieterskerk, wo Marnix begraben liegt. Die Artisten Wilhelm von Rabbitenburg, Carel Adolph Löwen-Cachet und Georg Rüter wurde gebeten, ein Design zu entwickeln. Rueter erhielt schließlich den Auftrag. Zuvor entwarf er das Zeeland-Fenster (1932) und das Prinz Willemraam (1933) für die neue Kirche in Delft.[3] Das Königliches Verlangen schlag ein Han Wezelaar gestaltete Gedenkmedaille, in Zusammenarbeit mit dem Komitee und dem Verein für Penning Art, die an alle gespendet wurde, die mindestens 50 Gulden für die Realisierung des Marnix-Fensters beigetragen haben.

Porträt von Marnix van St. Aldegonde von Jacob de Gheyn (II).

Rueter entwarf ein Fenster, in dem Marnix und Wilhelm von Oranien vollständig abgebildet sind. Er verwendete ein Porträt von . für Marnix Jacob de Gheyn (II) und für Willem I ein Porträt von Cornelis de Visscher (I). Anfangs war Marnix links (vor dem Betrachter) und Van Oranje rechts, auf Wunsch des Komitees, das umgekehrt wurde. Beide Männer sind mittendrin Waffen von Städten und den beiden Provinzen, mit denen Marnix eine Verbindung hatte. Das Schiff im Sturm über beiden Herren und andere Symbolik im Kopf des Fensters verweist auf Marnix als Gelehrten und Gläubigen und verweist unter anderem auf seine Bibelübersetzungen.[4]

Im März 1940 berichtete das Komitee, dass kriegsbedingt nicht genügend Geld für das Marnix-Fenster vorhanden sei. Die Familie Van Boetzelaer, Nachkommen von Marnix' Tochter, und die Leidener Studentenkorps eingesprungen. Es Allianzwaffe der Familie Van Boetzelaer-Van Marnix und das Wappen des Korps wurden daher am Fenster angebracht. Mit dem Zusatz der Bildunterschrift Akademie Lugduno Batavia 1575-1940 das Fenster markiert auch das 365-jährige Jubiläum der Universität Leiden gedacht. Das Fenster wurde im Glasatelier von Willem Bogtman in Harlem.

Im September 1940, vier Monate nach dem deutschen Einmarsch, wurde das Marnix-Fenster enthüllt. Es hatte einen zentralen Platz im Ambulatorium bekommen. Wegen des Krieges hatte die Zeremonie einen nüchternen Charakter. Professor Doktor. Dr. Van Schelven, Vorsitzender des Nationalkomitees, sprach über Marnix als nationale Persönlichkeit. Professor Doktor. Dr. J. de Vries beschrieb ihn als Literaten. Anschließend wurde das Fenster von Frau S.A.W. enthüllt. van de Sande Bakhuyzen-Gericke, Ehefrau des Bürgermeisters Adriaan van de Sande Bakhuyzen. Sie erhielt eine silberne Version der Marnix-Gedenkmedaille. Einige Tage nach seiner Enthüllung wurde das Marnix-Fenster aus dem Fenster entfernt und aus Angst vor Bombenschäden sicher verstaut. Es wurde im Sommer 1945 verlegt, nach der Befreiung von der deutschen Besatzung.[5]

Beschreibung

Das Marnix-Fenster besteht aus einem Vierlichter mit je sieben Paneelen. Es ist enthalten in a gotisch Rahmen, geteilt durch montanten und Brücken, mit spitzem Fensterkopf mit Verfolgung und ein Rosette oben. In der Rosette sind die Symbole der vier Evangelisten. Unten links zwei ineinandergreifende Hände, die eine Bettelschale halten, das Symbol des geuzen, rechts die Inschrift Psalmen Davids, die sich auf Übersetzungen der Marnix-Bibel bezieht. Darunter ist ein Schiff im Sturm, mit dem Namen Christi in einem Stern.

Zentrale Figuren im Schaufenster sind Prinz Willem (links) und Philip van Marnix van Sint-Aldegonde. Über ihnen das Motto von Marnix Repos-Verbündete (Ruhe woanders) und unter ihren Füßen die Wappen und die Namen der beiden Männer. Sie sind von den Wappen Rotterdam, Delft, Dordrecht, Brüssel, Antwerpen und Leiden sowie den Provinzen Holland und Zeeland umgeben. Unten links ist das Wappen des Leidener Studentenkorps, unten rechts das Allianzwappen der Familien Van Boetzelaer und Van Marnix angebracht. Die Inschrift im unteren Teil des Fensters lautet:

GEGRÜNDET ZUM TRIBUT UND ERINNERUNG IM JAHR 1940

Das Fenster ist unten rechts mit den Namen Rueter und Bogtman signiert.

Bilder

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