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Milchwolle ist ein Synthetik Faser aus Kasein, durch Antonio Ferretti (1889-1955) erstmals 1935 unter dem Namen Lanital (lana italiana).[1] Ferretti basierend auf früheren Recherchen von Friedrich Ernst Todtenhaupt (1873-1919), der aus Kasein Textilfasern herstellen wollte. Die Verwendung von Milch als Rohstoff für Textilien muss vor dem Hintergrund der Knappheit an Baumwolle in der krisengeschüttelten italienischen Wirtschaft während der Faschismus.
Herstellung und Eigenschaften
Casein ist eine gelb-weiße Substanz, die in der Milch von Säugetieren vorkommt. Bis zum Magermilch bei Behandlung mit Säure wird das Casein freigesetzt. Nach dem Filtrieren wird es gewaschen, getrocknet und Ätznatron gelöst. Die so gebildete Caseinose wird filtriert und durch Spinndüsen in Säurebädern in einen Draht eingespritzt. Dieser Faden ist gewaschen und mit formalin und verschiedene Öle gehärtet. Dieser Draht wird dann in Stücke von 65 bis 135 mm Länge geschnitten, die sogenannten Flakes. Diese Flockenmasse wird gebleicht und getrocknet. Das Ergebnis ist chemisch und in Eigenschaften ähnlich wie wolle, obwohl die Schuppen aus echter Wolle fehlen. Die Flocken werden in der Regel mit echter Wolle, mit einem Anteil an Milchwolle zwischen 20 und 50 %, oder mit Viskosefasern. Mit Milchwolle gewebter Stoff ist weich, isolierend und knitterarm.
Markennamen
- Lanital
- casolana
- Aralac
- Enkasa, hergestellt von der AKU in Arnheim
Nüsse
Quellen
- Fellhund, J.T. Wörterbuch des Herstellers. Stoffnamen und Handelsausdrücke. Groningen, Batavia 1947.
- Dijkmeijer, E. Textilwissen. Amsterdam c. 1945-1950.