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Vertanding
Beispiel für einen Briefmarkenbogen mit Strichperforation
Linienperforation: erster Schritt (horizontale Perforation)
Linienperforation: zweiter Schritt (vertikale Perforation)
Kammperforation: erster Hub
Kammperforation: zweiter Hub

Mit Getriebe wird in der Philatelie das Zähnung von Briefmarken beabsichtigt. Damit sollen die Briefmarken leicht von einem Bogen abgerissen werden können.

Geschichte

Vor der Verwendung der Perforation wurden die Briefmarken von einem Schalterbeamten aus einem Bogen geschnitten. Das kostete Zeit und führte nicht immer zu einem schönen Ergebnis, vor allem wenn viele Kunden warteten und der Zuschnitt schnell erfolgen musste. Der Ire Henry Archer (1806-1863) gilt allgemein als Erfinder der Perforation auf Briefmarken. Er verkaufte sein Patent an das britische Finanzministerium.[1]

Ab etwa 1860 wurden Briefmarken gezähnt. Die Maschinen dafür funktionierten in den Anfangsjahren nicht immer optimal. Je nach angewandter Technik unterscheiden wir folgende Perforationsarten:

  • Linienperforation. Die horizontalen und vertikalen Lochreihen werden getrennt hergestellt, oft von zwei verschiedenen Maschinen, so dass die Lochgröße (die Anzahl der Löcher pro 2 cm) in beide Richtungen unterschiedlich sein kann. Linienperforationen bei losen Briefmarken sind meist an den unregelmäßigen Zähnen an den Ecken der Briefmarken zu erkennen. Ein fehlender Eckzahn ist in der Regel kein Mangel, sondern produktionsbedingt.
  • Kammperforation. Drei Seiten des Stempels werden mit einem kammförmigen Werkzeug in einem Zug perforiert. Nach jedem Hub wird das Papier einen Stempel transportiert, danach werden die folgenden Stempel perforiert.
  • Fensterperforation. Dieses Verfahren unterscheidet sich von der Kammperforation dadurch, dass alle Seiten der Briefmarken in einem Durchgang perforiert werden.
  • Rasierperforation. Die Löcher werden mit einer Walze als Relief in das Papier gedrückt, danach schneidet ein Messer das überschüssige Papier ab. Diese Technik ist die modernste.

Sorten

In der Vergangenheit haben Menschen oft mit verschiedenen Perforationen und Techniken experimentiert. Die Perforation muss nämlich ausreichend stark sein, damit sich die Briefmarken bei normaler Handhabung der Bögen nicht spontan voneinander lösen, und gleichzeitig ausreichend schwach, um die Briefmarken mit geringem Kraftaufwand auseinanderzureißen, ohne sie zu beschädigen. Durch alle Experimente sind die gleichen Dichtungen, meist Langzeitstempel, vor allem in der Anfangszeit mit unterschiedlichen Perforationen. EIN Perforationslehre gibt eine eindeutige Antwort darauf, mit welcher Sorte man es zu tun hat. Wenn eine Perforation nur für einen kleinen Teil der Auflage verwendet wurde, kann eine Briefmarke mit der entsprechenden Perforation wesentlich wertvoller sein als eine Briefmarke mit einer anderen, häufigeren Perforation.

Rollen und Hefte

Dichtungen von Rollen und Briefmarkenheftchen haben oft eine andere Perforation als die in Bogen produzierten Briefmarken. Beispielsweise ist bei einer Briefmarkenrolle eine Perforation entlang der Kanten nicht erforderlich und die Briefmarken müssen sich stärker voneinander lösen als dies bei Bogen der Fall ist. 1924 kam in den Niederlanden eine Stanzmaschine auf den Markt, für die Rollen benötigt wurden. Diese Rollen brachen zu oft, woraufhin die niederländische PTT den Zusammenhalt zwischen den Briefmarken verstärkte, indem sie ein paar Stifte aus der Perforationsmaschine nahm. So entstand die Rollenperforation. Bis Mitte der 1930er Jahre wurden weiterhin Rollenperforationsstempel hergestellt. Die Perforationslöcher wurden dann verkleinert, was den gleichen Effekt wie die Walzenperforation hatte.

Die Perforation entlang der Kanten der Stempelrollen, die in Stempelautomaten eingesetzt werden, fehlt. Es begann 1910 in den USA.

Markenheftchen fehlt die Perforation entlang der Heftränder. Produktionsbedingt (der Inhalt der Hefte wurde nebeneinander gedruckt und dann entlang der Perforation zerrissen oder geschnitten) weisen ältere niederländische Automatenhefte eine einseitige Verzahnung auf, was für die Verwendung des Heftes überflüssig erscheint.

Beispiel einer Perforation zwischen zwei Briefmarken von einer Rolle