WikiDer > Tiermehl
Tiermehl ist eine Sammelbezeichnung für Produkte in Pulverform, abgeleitet aus Restströmen der fleischverarbeitende Industrie.
In der fleischverarbeitenden Industrie werden Tiere geschlachtet, um ihr Fleisch für den Verzehr verfügbar zu machen. Ein Schlachttier besteht aus mehr als nur Fleisch: Das Fleisch ist nur die Muskelmasse, außerdem besteht das Schlachttier auch aus Haut, Eingeweiden, Fettreserven, Knochen, Blut und Haaren oder Federn.
Die Haut von Rindern und Schweinen ist ein wertvoller Rohstoff für die Lederindustrie. Ein begrenzter Teil der Eingeweide ist für den menschlichen Verzehr geeignet, zum Beispiel Schweineleber. Andere Teile, wie Herzen und Bauchmuskeln, werden als Tierfutter verwendet. Hüllen können gespült und als traditionelle Wursthülle verwendet werden. Die Fettreserven, Talgfett und Unterhautfett, werden in Fetthütten zu reinen tierischen Fetten verarbeitet. Dies findet Anwendung in der Lebensmittelindustrie, bei der Herstellung von Seife und Kosmetika, als Rohstoff für technische Fette oder als (Rohstoff für) Biotreibstoff.
Was bleibt, wird dem . angeboten Rendering-Unternehmen, die eine verantwortungsvolle Verarbeitung des Materials gewährleistet. Bei der Verarbeitung von Schlachtkörpern und Innereien wird das Material aufgrund einer Risikoanalyse in drei Kategorien eingeteilt:
- Kategorie 1 „nur zur Entsorgung geeignet“
- Kategorie 2 „nicht für den tierischen Verzehr“
- Kategorie 3 „nicht für den menschlichen Verzehr“
Diese Klassifizierung bestimmt, wie das Material behandelt werden soll und für welche Anwendung es noch geeignet ist. Anschließend wird das Material gemahlen, pasteurisiert und sterilisiert. Danach wird es getrocknet und das Produkt durchläuft eine Trennung zwischen Mehl und Fett. Diese Endprodukte können als (Mit-)Brennstoff eingesetzt werden: in Kraftwerken, Müllverbrennungsanlagen oder Klinkeröfen der Zementindustrie. Außerdem werden einige Mehle zu Düngemitteln verarbeitet.
Beispiele für Tiermehl sind: Blutmehl, Knochenmehl und Federmehl.