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Hypoglykemie
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Hypoglykämie
Den Blutzuckerspiegel selbst messen
Codierungen
ICD-10E16.2
ICD-9250.8, 251.0, 251.1, 251.2, 270.3, 775.6, 962.3
KrankheitenDB6431
MedlinePlus000386
eMedizinNotruf/272med/1123Mitte/1939ped/1117
Portal  Portalsymbol  Medizin

Hypoglykämie bedeutet, dass die Blutzuckerspiegel zu niedrig. Alle Organe des Körpers brauchen Zucker, um zu funktionieren und für die Gehirn eine konstante zuckerzufuhr ist sogar lebensnotwendig. Ein Blutzuckerwert unter 3,8 Millimol pro Liter (mmol/l) wird in der Regel als Hypoglykämie bezeichnet.[1]

Hypoglykämie bei Diabetikern

Diabetespatienten Drogen nehmen oder Insulin um zu verhindern, dass der Blutzuckerspiegel zu hoch wird. Diese Medikamente können Hypoglykämie verursachen. Dies kann auftreten, wenn die Dosierung der Medikamente oder des Insulins zu hoch ist, wenn der Patient zu wenig isst oder aufgrund eines anderen Ungleichgewichts, beispielsweise während einer Krankheit. Selbst anstrengendes Training kann zu einer Unterzuckerung führen.

Hypoglykämie führt zu allen möglichen unangenehmen und manchmal schädlichen Auswirkungen. Viele Symptome einer Hypoglykämie werden verursacht durch Hormone die der Körper produziert, um den Blutzuckerspiegel zu erhöhen, hauptsächlich Adrenalin und Cortisol. Ein schneller und starker Herzschlag, Zittern, Schwitzen und Schwächegefühl sind Anzeichen dafür, dass der Körper versucht, den Blutzuckerspiegel zu erhöhen. Manchmal können die genannten Hormone ein weiteres Absinken des Blutzuckerspiegels nicht verhindern. Irgendwann kann der Blutzuckerspiegel dann so niedrig werden, dass die Gehirn nicht mehr richtig funktionieren. Dann kann man verwirrt und/oder gereizt reagieren und sogar bewusstlos berühren.

Solche Symptome können denen von Trunkenheit, sollte aber nicht damit verwechselt werden. Zum Zeitpunkt einer schweren Hypoglykämie können Menschen oft nicht mehr selbst essen oder trinken, um Glukose aufzunehmen. Dann bleiben eigentlich zwei Möglichkeiten: Entweder befindet sich eine Glukoselösung direkt im Blutkreislauf (intravenös) injiziert (was nur von qualifiziertem medizinischem Personal durchgeführt werden kann und sollte) oder Glukagon verwaltet werden. Dieses Hormon wird normalerweise auch vom Körper produziert, aber bei Diabetikern ist die Glukagonreaktion oft gestört oder fehlt.

Glucagon ist in einer speziellen Version erhältlich, die von einem eingewiesenen und geschulten Laien injiziert werden kann. Oftmals wird beispielsweise der Partner eines Diabetikers darauf trainiert, diese Spritze im Notfall zu verabreichen. Das Glukagon ist in der großer Gesäßmuskel eingespritzt und sorgt dafür, dass die Leber gespeicherte Glukosespeicher, die der Körper für Notfälle bereithält, werden schlagartig oder großteils freigesetzt. Die erste Verbesserung sollte innerhalb von ca. 15-20 Minuten sichtbar sein und nach ca. 30 Minuten sollte der Patient wieder richtig sprechen können. Auch in diesem Fall ist es sinnvoll, wenn nicht notwendig, einen Arzt aufzusuchen.

In den Niederlanden wird derzeit an einem künstliche Bauchspeicheldrüse für Diabetiker hat dieser sowohl eine Insulin- als auch eine Glukagonpumpe. Ein Sensor misst subkutan den Blutzuckerspiegel und ein Algorithmus berechnet, wie viel Insulin oder Glucagon der Körper benötigt, um einen normalen Blutzuckerspiegel zu erreichen. Dadurch kann die künstliche Bauchspeicheldrüse Insulinpumpen auch eine Unterzuckerung verhindern und die Funktion der künstlichen Bauchspeicheldrüse entspricht mehr dem menschlichen Körper. Der menschliche Körper verwendet beide Hormone auch, um den Blutzuckerspiegel im Blut zu regulieren.

Hypoglykämie bei nicht-diabetischen Patienten

Hypoglykämie bei nicht-diabetischen Patienten ist ein seltenes Phänomen. Es kann eine Manifestation einer inneren Krankheit sein, wie zum Beispiel:

Hypoglykämie wird manchmal auch bei der Einnahme bestimmter Medikamente beobachtet, wie zum Beispiel:

Neugeborene können eine Hypoglykämie entwickeln, wenn die Mutter während der Schwangerschaft Diabetes hatte. Der Körper des Kindes wird dann über die Mutter auf eine große Menge Glukose eingestellt. Diese Glukose wird nach der Geburt des Kindes plötzlich nicht mehr zugeführt, so dass relativ viel Insulin vorhanden ist und es zu Hypoglykämien kommen kann.

Auch nach langem Fasten, wie mit Anorexia nervosa Hypoglykämie kann auftreten.

Hypoglykämie- und Blutzuckermessgeräte

Blutzuckermessgeräte mit denen Diabetiker selbst zu Hause sind Blutzuckerspiegel wurden speziell entwickelt, um hohe Glukosewerte genau zu messen. Die Zuverlässigkeit dieser Messgeräte bei (zu) niedrigen Blutzuckerwerten ist gering.

Hypoglykämie nach den Mahlzeiten

Bei manchen Menschen treten nach den Mahlzeiten Symptome wie Schwäche, Zittern, Herzklopfen oder Schwitzen auf. Dieses Phänomen wird reaktive Hypoglykämie (andere Bezeichnungen sind: funktioneller Hyperinsulinismus, essentielle Hypoglykämie, funktionelle Hypoglykämie, Dysinsulinismus, hypoglykämische Müdigkeit, insulinogene Hypoglykämie, relative Hypoglykämie[2]). Die Beschwerden werden dadurch verursacht, dass der Körper mit einer zu hohen Insulinausschüttung auf die Aufnahme von (hauptsächlich schnellen) Kohlenhydraten reagiert. Dadurch sinkt bei diesen Patienten nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit der Blutzuckerspiegel zu schnell ab, was zu den Beschwerden führt.[3]

In den 1960er Jahren ging man davon aus, dass reaktive Hypoglykämien häufig sind und auch heute gibt es alternative Ärzte, die häufig eine reaktive Hypoglykämie diagnostizieren. Reaktive Hypoglykämien scheinen selten zu sein und können von einem Internisten anhand der Symptome in Kombination mit a . diagnostiziert werden oraler Glukosetoleranz-Test. In der medizinischen Welt wird über diese Erkrankung diskutiert und nicht jeder Arzt ist von der Existenz dieser Krankheit überzeugt.[4][5]