WikiDer > Lecithin
Lecithin ist eine Mischung aus Glykolipide, Triglyceride, und Phospholipide. In dem Biochemie ist jedoch ein konkreter Zusammenhang damit gemeint, Phosphatidylcholin, ein Phospholipid, das den Großteil einer aus Eigelb gewonnenen Phosphatidfraktion ausmacht (Altgriechisch lekithos - λέκιθος) oder Sojabohnen können extrahiert werden mit Hexan.
Kommerziell erhältliches Lecithin wird traditionell hauptsächlich aus Sojabohnen gewonnen. In den letzten Jahren wird Lecithin jedoch zunehmend auch aus anderen Quellen gewonnen, zum Beispiel aus Sonnenblumenkerne. Das Aufkommen von Sonnenblumenlecithin hat zwei Gründe: Erstens verlangt der europäische Markt/Verbraucher nach Lecithinen, die aus nicht gentechnisch verändertem Material stammen. Seine Verfügbarkeit hat in den letzten Jahren abgenommen, was zu einem Preisanstieg für dieses nicht gentechnisch veränderte Lecithin geführt hat. Zweitens sind Lebensmittelhersteller seit November 2005 verpflichtet, auf der Verpackung anzugeben, ob ihr Produkt Allergene enthält. Sojalecithin gilt als Allergen. Dies ist oft ein Grund für Hersteller, auf andere Lecithinquellen umzusteigen.
Es ist ein Molekül mit einer lipophilen Komponente auf der einen Seite und einem polaren Ende auf der anderen, was es zu einem wirksamen Emulgator die zum Beispiel bei der Herstellung von Mayonnaise unter Verwendung von Eigelb.
Lecithin ist ein wesentlicher Bestandteil jeder Körperzelle, die unter anderem in Zellmembranen.
Es wird häufig als Emulgator in der Lebensmittelindustrie verwendet. Lecithin wirkt als Anti-Spritzer-Mittel, insbesondere in Back- und Bratprodukten.In der Schokoladenindustrie wird Lecithin verwendet, um die Flüssigkeiten (die teure Kakaobutter) in der flüssigen Phase in sehr viel kleinere „Tröpfchen“ zu zerkleinern spart Kosten, arbeitet und verbessert zudem die Streckgrenze.
Lecithin wird auch verkauft als Nahrungsergänzungsmittel. Da der Körper jedoch ausreichend von der Substanz selbst produziert, ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln nicht notwendig. Allerdings geben die Supplement-Hersteller an, dass eine zusätzliche Einnahme unter anderem die Impulsübertragung zwischen den Nervenzellen verbessert, dabei helfen würde, Fett und Cholesterin im Körper abzubauen, und gut gegen Bluthochdruck wirken würde. Die Aufnahme von Lecithin im Körper ist am besten, wenn es in ist Weichkapsel- oder Granulatform genommen wird.
Kommerzielle Produktion von Lecithin
Lecithin wird in großem Maßstab durch Pressen von Bohnen oder Samen von Ölpflanzen (z. B. Soja, Sonnenblumen, Mais, Raps) unter hohem Druck gewonnen. Restöl wird aus den Saatresten durch Extraktion mit einem geeigneten Lösungsmittel gewonnen. Das Rohöl ist noch nicht genießbar, da es große Mengen an Verunreinigungen wie Samenreste, freie Fettsäuren, Phospholipide etc. enthält. Um das Öl für den Verzehr geeignet zu machen, müssen zunächst die Phospholipide entfernt werden. Dies geschieht durch Zugabe von Wasser zum Rohöl. Die Phospholipide sammeln sich um das Wasser herum. Denn Wasser hat eine größere Dichte als Öl sinken die Phospholipide wie ein „Struffle“ auf den Boden des Tanks. Die Strangles werden über einen Zentrifugationsschritt vom Öl getrennt. Die Strangles werden gefiltert (um unlösliche Rückstände wie Samenreste zu entfernen) und dann getrocknet. Zurück bleibt eine braune pastöse Substanz, das Lecithin. Um als Zutat für Lebensmittel verwendet werden zu können, muss das Lecithin eine Reihe gesetzlicher Normen erfüllen. Beispielsweise sollte die Materialmenge, die sich in Toluol nicht auflöst, weniger als 0,3% betragen. Die Menge an Material, die sich nicht in Aceton löst, sollte größer als 62 % sein. Außerdem sollte der Feuchtigkeitsgehalt weniger als 1% betragen.
Modifikation von Lecithin
Um Lecithin für verschiedene Anwendungen geeignet zu machen, kann es verschiedenen Operationen/Modifikationen unterzogen werden. Ein häufig angewandter Vorgang ist die Hydrolyse des Lecithins (ganz oder teilweise). Dieses Hydrolyse ist ein enzymatischer Prozess. Oft, a Phospholipase verwendet A2, das die Fettsäure aus der sn-2-Position aus dem Molekül entfernt.
Eine andere Modifikationstechnik besteht darin, das Lecithin zu fraktionieren. Dabei werden die unterschiedlichen Löslichkeiten der verschiedenen Phospholipide in Ethanol ausgenutzt. Phosphatidylcholin löst sich gut in Ethanol, Phosphatidylethanolamin mäßig, Phosphatidylinositol und Phosphatidylsäure lösen sich sehr schlecht in Ethanol. Die ethanollösliche Fraktion ist somit reicher an Phosphatidylcholin als das Ausgangsmaterial.
Ein dritter, häufig verwendeter Vorgang ist die Entölung von Lecithin. Lecithin enthält etwa 40-45% Phospholipide und etwa 50% Triglyceride (Öl). Die Phospholipide können durch Extraktion des Lecithins mit Aceton abgetrennt werden, wobei die Phospholipide als unlösliches Material ausfallen. Diese unlösliche Fraktion kann weiter gereinigt werden, wonach die Phospholipide nach dem Trocknen als Pulvermaterial zur Verfügung stehen.