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Richard Lindner
Richard Lindner
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persönliche Daten
GeborenHamburg, 11. November1901
VerstorbenNew York, 16. April1978
StaatsangehörigkeitFlagge der Vereinigten Staaten Vereinigte Staaten
Beruf(e)Grafikdesigner, Maler
Leitdaten
Zeitspanne1927 - 1977
Stil(e)neues Geschäft, neue Figuration
RKD-Profil
Portal  Portalsymbol  Kunstkultur

Richard Lindner (Hamburg, 11. November1901New York, 16. April1978) war ein amerikanischIllustrator und Maler deutscher Abstammung. Er wurde im sechziger Jahre beliebt bei bunt figurative Kunst aber er gehörte nur indirekt zu den Pop-Art.

Leben und Arbeiten

Lindners Mutter Mina Lindner war eine Amerikanerin deutscher Abstammung. Die Familie zog 1905 von Hamburg nach Nürnberg wo seine Mutter ein Miederwarengeschäft betrieb. Lindner studierte an der Nürnberger Kunstakademie. Von 1924 bis 1927 lebte er in München, wo er auch die Kunstschule besuchte.

1927 ging er zu he Berlin. 1928 kehrte er nach München zurück und arbeitete als Gestalter im Verlag Knorr & Hirth bis 1933. Er machte Karikaturen und auch volle Farbeposter und machte Bühnenbild. 1930 heiratete er Elsbeth Schülein, eine ehemalige Kommilitonin aus Nürnberg. 1933 zogen sie nach Paris wo er als Sozialdemokrat politisch aktiv war und Kontakt zu französischen Künstlern hatte, während sie die Familie mit Aufträgen von Modemagazinen unterstützte. Nach einer Internierung als unerwünschter Ausländer 1939 diente er in der französischen Armee, während seine Frau über Casablanca nach Amerika flüchtete.

1941 ließ er sich in New York in den USA nieder und arbeitete erneut als Illustrator für Bücher und Zeitschriften. 1942 wurde die Ehe aufgelöst. Er kam in Kontakt mit anderen Auswanderern aus Deutschland, darunter Albert Einstein und Marlene Dietrich. Er hat sich angefreundet Saul Steinberg. 1948 erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft. Von 1952 bis 1968 lehrte er an der Pratt-Institut im Brooklyn und 1957 Gastvorträge an der Yale Universität im New Haven, Connecticut.

Bis 1962 arbeitete er noch als Grafikdesigner Aufträge, aber ab den fünfziger Jahren konzentrierte er sich mehr und mehr auf die Malerei. Sein erstes großes Meisterwerk ist Das Treffen von 1953, großes Figurenstück mit acht Personen und einer riesigen Katze in a Collage von Stilen.[1] Seine erste Einzelausstellung fand 1954 im Betty Parsons Galerie. 1958 traf er Andy Warhol.

1961 hatte er eine weitere Einzelausstellung und die erste Monographie zu seinem Werk wurde veröffentlicht. 1962 zeigte er sein Gemälde Musikalischer Besuch bei einer Ausstellung junger amerikanischer Kunst im Museum für moderne Kunst dass kurz darauf sein erstes Gemälde, Treffen ab 1953. gekauft. Den Durchbruch schaffte er mit Ausstellungen (teilweise zusammen mit Pop-Art-Künstlern) in Amerika und Europa und hielt 1965 Gastvorträge an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Er bewunderte die Schriftsteller Bertolt Brecht und Frank Wedekind.

Stil und Thema

Eines seiner wiederkehrenden Themen sind Frauen in Korsetts. (Anna / Frau im Korsett, 1956). Diese erscheinen oft in erotisch aufgeladener Symbolik in farbenfroher Kleidung in kühlen, fast sterilen Umgebungen. Er malt auch Porträts von Ludwig II. von Bayern. Er entwirft isolierte Figuren, Paare, Köpfe, manchmal kombiniert mit Symbolen der Massenkultur. Seine Bildräume sind sehr flach und oft in geometrische Ebenen unterteilt. Er nennt sich "der Einzige" scharfe Kante-Künstler, der figurativ malt". Zu seinen Lieblingskünstlern zählen Giotto und Piero della Francesca.

Ausstellungen

  • 1968 4. documenta, Kassel (Deutschland)
  • 1975 Richard Lindner, Kunsthalle Nürnberg, Nürnberg
  • 1977 Dokument 6, Kassel
  • 1978 Richard Lindner: 1901-1978, Museum of Modern Art, New York
  • 1997 Richard Lindner - Gemälde und Aquarelle 1948 - 1977, Haus der Kunst, München
  • 2012 Richard LindnerBayreuther Kunstmuseum, Bayreuth

Preise

  • 1957 William und Norma Copley Foundation Award
  • 1972 American Academy of Arts and Letters

Literatur

  • Klaus D. Bode: Richard Lindner - Malerei, Papierarbeiten, Grafik, Nürnberg 2001
  • Dore Ashton: Richard Lindner, New York 1969
  • Rolf Gunter Service: Richard Lindner, New York 1969
  • Sidney Tillim: Lindner, London 1961
  • Daniel Marchesseau: Richard Lindner - Nur für Erwachsene, Musée de la Vie romantiaue, Paris 2005
  • Jean-François Lyotard, Lindners verrückte Mädchen, im: Sonstige Texte II: Zeitgenössische Künstler, Löwen 2012

Externe Links