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Chiptuning ist die elektronische Aufladung oder Leistungssteigerung moderner Automotoren.
Allgemeines
Die meisten Motoren in modernen Autos sind elektronische Kontrolleinheit (ECU) gesteuert.[1] Dieser regelt unter anderem kontinuierlich die eingespritzte Kraftstoffmenge, den Turbodruck und den Zündzeitpunkt. Beim Chiptuning werden die Programme verarbeitet, die auf Basis vieler Parameter (Messwerte) das Motormanagement bilden. Die Chips in einer ECU werden geladen mit Software. Oft werden diese Programme weit innerhalb der maximalen Belastung des jeweiligen Automotors geschrieben. Der Raum bietet somit die Möglichkeit den Automotor zu chiptunen, ohne dass der Motor irreparabel beschädigt wird.
Im Belgien Autos werden sogar in die entgegengesetzte Richtung gechipt, weil die Kfz-Steuer dort nach der Motorleistung bestimmt wird. Starke Motoren werden beim Kauf per Software angepasst, um sie für den Markt attraktiver zu machen.
Beim Chiptuning werden diese Parameter wieder, aber idealer, aufeinander abgestimmt. All dies führt zu Motoren mit Turbo oder einer anderen Form von Ladedruck von 20 bis 40 % Leistungssteigerung, d. h. Drehmoment (Zugkraft) und Leistung (Höchstgeschwindigkeit). Bei Saugmotoren beträgt der Gewinn 6 bis 8 %. Dadurch kann das Auto schneller beschleunigen und die Höchstgeschwindigkeit wird erhöht. Bei unveränderter Fahrweise ist eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs erreichbar, da der Wirkungsgrad des Motors gesteigert wird. Der Motor wird spritziger und reagiert schneller auf Gaspedalbewegungen.
Chiptuning im Motormanagement
Gibt es eine elektronisch gesteuerte Einspritzung und Zündung, auch Motormanagement genannt, ist Chiptuning möglich. Im Managementsystem (ECU) fließen alle Informationen des Motors ein. Der Computer gibt auf Basis der gemessenen Daten aus, was den Motor stärker macht und mehr PS bekommt.
An verschiedenen Stellen im Motor befinden sich Sensoren, die Informationen an das Management senden. Sie werden hier mittels Chiptuning eingreifen. Der Computer verwendet das vom Konstruktor eingegebene Programm, um alles zu steuern. Das Programm bestimmt die Kraftstoffmenge, die eingespritzt werden darf und zu welcher Zeit. Beim Chiptuning wird diese Software beeinflusst.
Die neuesten Steuergeräte müssen aufgerüstet werden, um den Anti-Chip-Tuning-Schutz (TPROT) zu umgehen und die Chips direkt anzusprechen.
Tuning über eine Powerbox
Eine andere Möglichkeit die Motorleistung anzupassen besteht darin, die Werte, die die Sensoren an das Steuergerät senden, abzuschwächen, damit das Steuergerät diese Werte selbst wieder korrigiert. Die Methode wird auch Power-Box-Tuning, Tuning-Box, Huckepack-Tuning, Bypass-Modul usw. genannt. Diese Power-Box schwächt den tatsächlichen Sensorwert (zB der Turbodruck beträgt 1,0 bar), jedoch "denkt" die ECU, dass der Turbo Druck ist 20 % geringer oder 0,8 bar. Da die ECU durch eine Berechnung „weiß“, dass an dieser Stelle ein Turbodruck von 1,0 bar benötigt wird, passt die ECU diese Werte sofort an und erhöht den Ladedruck auf 1,0 bar. In Wirklichkeit ist der Turbodruck also 1,25 bar oder 25 % höher.
Der gleiche Vorgang kann auf den Einspritzdruck beispielsweise eines Common-Rail-Motors angewendet werden. Indem der Einspritzdrucksensor mit einem niedrigeren Wert dargestellt wird, als die ECU selbst bereits berechnet hatte, wird der tatsächliche Einspritzdruck erhöht. Dabei tritt der Effekt auf, dass die gleiche Einspritzmenge in kürzerer Zeit verbrannt wird. Die Verbrennung ist daher kürzer. Dadurch steigt der Motorwirkungsgrad (sprich: mehr Leistung), aber auch die Verbrennungstemperatur. Ein Hersteller dieser Art von Produkten wird dies in seiner Powerbox messen und verarbeiten müssen, da zu hohe Temperaturen zu höheren Stickoxidemissionen führen können.Powerbox-Tuning erfreut sich seit 2010 zunehmender Beliebtheit, da Marken wie Volkswagen, BMW, Audi, Sitz, koda und Mercedes kann "sehen", ob ein Auto gechipt ist. Nach Feststellung dieser ist ein Auto von der Herstellergarantie ausgeschlossen. Wird eine Powerbox entfernt, hinterlässt diese weder Spuren, noch kann der Markenhändler lesen, dass ein Tuning vorhanden war. Der Verbraucher kann eine Powerbox auch auf ein neu anzuschaffendes Fahrzeug übertragen, was mit Chiptuning nicht möglich ist.
OBD-Tuning
OBD steht für On-Board-Diagnose. Hier werden die Daten, auch Ordner genannt, über den Fehlerdiagnosestecker aus dem Motormanagement ausgelesen und anschließend in einem Programm verändert. Beim OBD-Tuning ist im Gegensatz zum Chiptuning kein Löten erforderlich. Das OBD-Tuning ist somit einfacher.
Die Lebensdauer eines Motors wird durch verantwortungsvolles Tuning nicht verkürzt, wenn der Tuner die Unterschiede pro Motorleistung im Vorfeld sorgfältig recherchiert hat. Beispielsweise TDI Motoren von 90 . bzw.pk und 110 PS sehen computertechnisch gleich aus, aber es gibt tatsächlich Unterschiede in Turbo, Ölkühler, Ölpumpe, Ladeluftkühler... Motorenhersteller bauen einen erheblichen (mechanischen) Sicherheitszuschlag ein.
Das Alter oder die Laufleistung des Motors spielt eine Rolle. Einen Motor mit mehr als 250.000 km auf der „Uhr“ aufladen zu wollen, ist aufgrund des Verschleißes natürlich riskant. Daher besser darauf verzichten oder vorab durch eine Leistungsmessung feststellen, dass der Motor keinen Verschleiß aufweist. Seit 2010 werden von Herstellern immer strengere Maßnahmen gegen OBD-Tuning ergriffen. Dabei kommen sogenannte Anti-Tuning-Schutzmaßnahmen zum Einsatz, bei denen OBD-Tuner und Chiptuner das Siegel des Steuergeräts brechen müssen, um auf die Daten des Steuergeräts zuzugreifen. Sobald der Markenhändler dies feststellt, erlischt die Gewährleistung. Auch 2013 kamen Steuergeräte auf den Markt, die softwareseitig so streng geschützt sind, dass selbst das Aufbrechen nicht mehr hilft, das Chiptuning bzw. OBD-Tuner greift dann auf ein externes Steuergerät, auch Powerbox genannt, zurück.
Ist Chiptuning in den Niederlanden legal?
Chiptuning in den Niederlanden ist legal, solange Sie alle in den Niederlanden geltenden gesetzlichen Umweltgrenzwerte einhalten.[2]
Hat Chiptuning Nachteile?
Ja, das Chiptuning hat einige Nachteile: Bei vielen Kurzstrecken scheinen Zündkerzen und Lambdasonden öfter getauscht zu werden. Das Auto kann auch mehr Kraftstoff verbrauchen, wenn der Fahrer nach dem Tuning seine Fahrweise deutlich ändert.
Es besteht die Gefahr, dass Ihr Auto beschädigt wird
Chiptuning mittels OBD-Tuning birgt eine Reihe von Risiken: Wird die Software beim OBD-Tuning nicht richtig überschrieben, kann der Motormanagement-Rechner ausfallen. Das bedeutet, dass das Steuergerät nicht mehr direkt mit dem Computer kommunizieren kann. Dies kann teilweise durch den Einsatz eines speziellen Batteriecontrollers verhindert werden, der die Batteriespannung konstant hält. Eine weitere gute Maßnahme ist, vorher ein Backup zu erstellen.
Ein Steuergerät, das nach dem Absplittern kaputt geht, kann mit einem Backup relativ schnell repariert werden. Dies geschieht, indem die ECU aus dem Auto entfernt und abgeschraubt wird. Das Backup wird dann direkt in das EPROM der ECU programmiert.
Siehe auch
Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise
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