WikiDer > Dialektkontinuum
EIN Dialektkontinuum ist eine Sammlung Sprachvarietäten die auf einer mehr oder weniger definierten Fläche gesprochen werden und nur geringe Unterschiede zu den umliegenden Varietäten aufweisen. Dadurch wird die Verständigung mit Bewohnern umliegender Orte für alle Sprecher relativ einfach und die Verständigung über größere Distanzen erschwert durch die zunehmende Differenz zwischen der dortigen Vielfalt und der des eigenen Wohnortes.
Der Dialekt veränderte sich ursprünglich allmählich, unabhängig von Landesgrenzen. Grenzbewohner, die nahe beieinander wohnen, können sich problemlos verstehen. | Bildung und Medien schaffen eine einheitliche Sprache, die für das ganze Land gilt. An der Landesgrenze gibt es einen abrupten Wechsel. Die Bewohner auf beiden Seiten der Grenze verstehen sich nicht mehr. |
Dialektkontinuum vs. Sprachgrenze
Denn die Unterscheidung Sprache gegen Dialekt im Wesentlichen ganz künstlich ist, ist oft auch nicht klar, ob es sich bei einem bestimmten Sprachraum, in dem gegenseitige Verständlichkeit herrscht, um ein Dialektkontinuum oder um einen von mehreren Sprachgrenzen durchzogenen Bereich handelt.
Lingua franca
Aus politischen oder anderen Gründen können Sprecher eines Teils eines Dialektkontinuums für die Fernkommunikation auf die Verwendung eines sog Lingua franca. Wenn sie aus Varietäten innerhalb des Dialektkontinuums entwickelt wird und eine mehr oder weniger feste Norm erhält, wird sie oft als . bezeichnet Standardsprache angegeben. Tauschen die Sprecher ihre ursprüngliche Varietät vollständig gegen die überregionale Varietät, kann ein Dialektkontinuum zerfallen.
Beispiele
Das kontinental-westgermanische Dialektkontinuum
Das sogenannte kontinental-westgermanische Dialektkontinuum, das die germanischen Varietäten in . definiert Die Niederlande, Flandern, Luxemburg, Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und einige weitere kleine Bereiche umfasst, ist ein gutes Beispiel dafür, wie eine solche Entwicklung dargestellt werden kann. Die nicht standardisierten Varietäten des Nordens dieses Gebietes waren die Arbeitssprache der Hanse und für den Reisenden war die Kommunikation über relativ lange Distanzen möglich.
Innerhalb des Kontinuums, von der 17. Jahrhundert ein Niederländisch und ein Deutsche Standardsprache entwickelt. Dies hat die Kommunikation im niederländisch-flämischen Teil des Kontinuums einerseits und im deutsch-luxemburgisch-schweizerisch-österreichisch-südtiroler Raum andererseits stark vereinfacht. Durch die neuen Standardsprachen, die die ursprünglichen Varietäten ablösen, wurde jedoch die Kommunikation zwischen den beiden Bereichen stark behindert. Eine weitere Aufteilung des Kontinuums scheint aufgrund der nationalen Normungstrends in der Schweiz, Österreich und Luxemburg in Sicht.
Ein aktuelles Beispiel ist der deutsche Teil der Maas-Rheinland Dialektkontinuum, das verschiedene umfasst Unterfränkisch Dialekte im aktuellen deutschen Sprachraum. Dieses Gebiet ist geographisch und sprachlich kompatibel mit dem der Limburgse und Südgelderland Dialekte im Südosten der Niederlande. Der Begriff Maas-Rheinland bezeichnet daher im weiteren Sinne den gesamten südostniederfränkischen Sprach- und Dialektraum im sogenannten Gittergewebe-Rheindreieck, derzeit zu drei Ländern gehörend, zu denen auch die Dialekte Niederländisch und Belgisch-Limburg gehören. Im Mittelalter und noch lange danach bildete dieses Gebiet eine gewisse kulturelle Einheit. Sprachlich besteht diese Einheit noch im niederfränkischen Dialektkontinuum in dieser Region, die die Grenzen von Belgien, den Niederlanden und Deutschland überschreitet. Die Staatsgrenze zwischen den Niederlanden und Deutschland wird jedoch vor allem seit dem Zweiten Weltkrieg immer mehr zur Sprachgrenze. Eine Studie aus dem Jahr 2008 im grenzüberschreitenden Kleverländer Dialektgebiet, das früher als Dialektkontinuum verstanden wurde, kam zu dem Schluss, dass die Staatsgrenze inzwischen zur Sprachgrenze geworden ist und eine scharfe Trennung zwischen niederländischem und deutschem Dialekt bildet.[1]
Gurage-Sprachen
Die im Südwesten von Äthiopien gesprochen Gurage-Sprachen werden manchmal als Dialekte ein und derselben Sprache (der "Gurage") angesehen. Ein Satz wie Er bedeckte das Dach mit Stroh unterscheidet sich in all diesen Sprachen nur minimal (z.B. dadurch, ob oder nicht aspiriertk, ein geäußert oder stimmloszahnärztlich, r oder nein).
Bangi-Ngomba-Sprachen
In dem Zentralafrikanische Republik und Zaire sei etwas Bangi-Ntomba-Sprachen gesprochen, die sich weniger voneinander unterscheiden als die verschiedenen Dialekte der Deutsche voneinander unterscheiden. Nach Ansicht vieler Linguisten handelt es sich daher um ein grenzüberschreitendes Dialektkontinuum.
Serbokroatisch
Die verschiedenen Dialekte der serbisch und der kroatisch sind oft gegenseitig verständlich. Laut Sprachwissenschaftlern handelt es sich also um ein Dialektkontinuum, das sich sogar noch weiter in die Bulgarien und Mazedonien.[2]
Siehe auch
Quellen, Anmerkungen und/oder Verweise
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