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Stamboomtheorie

Das Theorie des Stammbaums ist eine Theorie über den Ursprung von Sprachfamilien wie Indogermanische Sprachen. Diese Theorie legt besonderen Wert auf die Aufspaltung einer bestimmten Sprache in mehrere Tochtersprachen, wodurch neue Sprachfamilien, wie germanisch, Romantik und Slawisch Sprachen können richtig erklärt werden. Es ist in Historische Linguistik ein von den Neogrammatisten speziell entwickeltes Standardmodell für Sprachwechsel - basierend auf dem Konzept eines realen Familienstammbaum -, in denen Tochtersprachen durch einen allmählichen und regelmäßigen Wechsel von beglaubigt oder nicht beglaubigt entstehen Ahnensprachen (siehe auch Ursprache).

Dieses Modell basiert hauptsächlich auf der etwas verallgemeinernden Idee, dass Klanggesetze sei immer regelmäßig und kenne keine Ausnahmen. Die Begründer des Stammbaummodells sind William Jones und Franz Bopp.

Beschreibung

Die Stammbaumtheorie wurde in den 1860er Jahren vom deutschen Sprachwissenschaftler vorgeschlagen August Schleicher.Es wird allgemein angenommen, dass zu Beginn der indoeuropäischen Sprachentwicklung eine Gemeinschaft von Menschen Proto-Indoeuropäisch gesprochen. Seitdem hat sich diese Sprachgemeinschaft zunehmend in kleinere Gruppen und Sprachen aufgespalten. Schleicher hat es in seinem Buch versucht Die Darwinsche Theorie und die Sprachwissenschaft ("Darwin's Theory and Linguistics") von 1863 seine Theorie mit Charles DarwinsEvolutionstheorie erklären.[1]

Stammbaum-ähnliche Bilder

Allerdings muss zwischen Stammbaumbildern (im Sinne der Schleicherschen Theorie) und hierarchischen baumartigen Strukturen unterschieden werden, die mit Schleichers Theorie nichts zu tun haben Niederdeutsch und Hochdeutsch klassifiziert, wobei Hochdeutsch die Unterabteilungen Mitteldeutsch und Hochdeutsch hat - ohne dass die Macher eines solchen "Baums" einen Stammbaum nach Schleicher erstellen wollen. Bei solchen Baumstrukturen geht es also nicht um Abstammung und Sprachteilung, sondern um das Vorhandensein oder Fehlen bestimmter Dialektmerkmale, wie z das Vorhandensein von Spuren der Hochdeutsche Tonverschiebung.[2]

Probleme

Andererseits berücksichtigt dieser Ansatz nicht die gegenseitige Beeinflussung der Sprachen. Die Tatsache, dass Isoglossen Sprachgrenzen überschreiten zu können, scheint in gewissem Maße dem Stammbaummodell zu widersprechen. Dieser Aspekt hingegen ist Wellentheorie von Johannes Schmidt die als Alternative zur Stammbaumtheorie entwickelt wurde, wird besonders hervorgehoben.

Ein weiteres Problem für das Stammbaummodell ist die Existenz von Kreolsprachen und die Tatsache, dass es sich nicht als unmöglich erwiesen hat, dass tote Sprachen "wiederbelebt" werden können, wie das Beispiel der hebräisch zeigt an. Laut Linguisten wie Ghil'ad Zuckermann Die Stammbaumtheorie ist daher eine stark vereinfachte Darstellung der Art und Weise, wie neue Sprachen entstehen.

In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts Hans Heinrich Hock schafft es jedoch, diese beiden Theorien zu einem logischen Ganzen zu verbinden[1]. Im Jahr 2007 zeigte William Labov weist erneut darauf hin, dass die verschiedenen Verbreitungs- und Übertragungsaspekte, die den Gesamtprozess des Sprachwandels kennzeichnen, in Einklang gebracht werden müssen. Nach dem Stammbaummodell erfolgt die Übertragung einer Sprache innerhalb einer Gemeinschaft inkrementell innerhalb eines gegebenen Musters, während die Diffusion nach der Wellentheorie hinzufügt, dass das ursprüngliche Muster innerhalb bestimmter Kreise strukturelle Merkmale verliert. Dies geschieht insbesondere dann, wenn Mitglieder der neuen Generation die Sprache untereinander verwenden[2].

Nachwirkungen

Schon einige Neogrammatiker lehnten die Stammbaumtheorie ab und bevorzugten die Wellentheorie von Johannes Schmidt.[3]

Auch die Sprachgeographie (oder Dialektgeographie) arbeitet seit Jahrzehnten nicht mehr mit der Stammbaumtheorie[4]

Trotz der Kritik an der Stammbaumtheorie hielten einige Linguisten um die Jahrhundertwende (1900) noch an dieser Theorie fest.[5]

Quellen

  1. Klaus von See, Politisch-gesellschaftliche Interessen an der Sprachgeschichtsforschung des 19. und 20. Jahrhunderts, S. 242-257 (=Artikel 17); in: Werner Besch, Oskar Reichmann, Stefan Sonderegger (Hrsg.), Sprachgeschichte (= Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft, Band 2.1, Verlag Walter de Gruyter, Berlin und New York 1984, ISBN 3-11-007396-X
  2. Wolfgang Putschke, Dialektologie, S. 328-369; in: Heinz Ludwig Arnold und Volker Sinemus (Hrsg.) Grundzüge der Literatur- und Sprachwissenschaft, Band 2: Sprachwissenschaft, dtv, München 1974, ISBN 3-423-04227-3
  3. Wolfgang Putschke, Die Work of the Junggrammatiker und ihr Beitrag zur Sprachgeschichtsforschung, S. 331-347 (= Artikel 23); in: Werner Besch, Oskar Reichmann, Stefan Sonderegger (Hrsg.), Sprachgeschichte (= Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft, Band 2.1, Verlag Walter de Gruyter, Berlin und New York 1984, ISBN 3-11-007396-X
  4. Reiner Hildebrandt, Der Beitrag der Sprachgeographie zur Sprachgeschichtsforschung, S. 347-372 (=Artikel 24); in: Werner Besch, Oskar Reichmann, Stefan Sonderegger (Hrsg.), Sprachgeschichte (= Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft, Band 2.1, Verlag Walter de Gruyter, Berlin und New York 1984, ISBN 3-11-007396-X
  5. Claus Jürgen Hutterer, Die germanischen Sprachen, Wiesbaden 1987, ISBN 3-922383-52-1